Im Rahmen eines gemeinsamen Iftar-Abends im Februar 2026 lud HAKIM zu einer Ramadan-Veranstaltung ein, die als Begegnungs-, Reflexions- und Austauschformat gestaltet wurde. Neben dem gemeinsamen Fastenbrechen und Gebet stand insbesondere die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Rolle muslimischer Heilberufler im Gesundheitswesen im Mittelpunkt.
Den Auftakt bildete ein Begrüßungswort des Vorstandsvorsitzenden, verbunden mit einem Rückblick auf das Jahr 2025. Vorgestellt wurden zentrale Seminare, Workshops und Veranstaltungen des vergangenen Jahres sowie daraus hervorgegangene Initiativen, wie SAKINA und HAKIM-Campus.
Darüber hinaus wurde das Ramadan-Kompendium vorgestellt, welches sich als praxisorientierte Orientierungshilfe zu medizinischen Fragestellungen während des Fastenmonats versteht und verbindet damit medizinisches Fachwissen mit islamrechtlichen Perspektiven.
Der anschließende Hauptvortrag widmete sich der kollektiven Rolle muslimischer Heilberufler innerhalb gesellschaftlicher und gesundheitspolitischer Diskurse. Ausgangspunkt war die wiederholte Beobachtung, dass muslimische Fachkräfte in vielen Bereichen des Gesundheitswesens präsent und systemrelevant sind, jedoch selten als organisierte Stimme im öffentlichen oder fachlichen Diskurs auftreten. Thematisiert wurde, dass Fragen rund um islamische Werte sowie medizinethische Perspektiven zwar Gegenstand gesellschaftlicher Debatten sind, muslimische Fachpersonen selbst jedoch vergleichsweise selten als Gesprächspartner eingebunden werden.
In diesem Zusammenhang wurde auch die individuelle Situation muslimischer Heilberufler im Arbeitsalltag reflektiert. Neben den allgemein hohen beruflichen Anforderungen können zusätzliche Belastungen entstehen, etwa durch Wertkonflikte oder Situationen, in denen religiöse Überzeugungen und berufliche Rahmenbedingungen aufeinandertreffen. Häufig fehlen dabei institutionalisierte Räume für offene Diskussionen oder ein grundlegendes Verständnis für islamisch geprägte Perspektiven im Arbeitsumfeld.
Vor diesem Hintergrund wurde die Bedeutung stärkerer Vernetzung und strukturierter Zusammenarbeit betont. Als historisches Referenzmodell wurde das Prinzip der Muʾākhāt genannt, das als Impuls für solidarische Strukturen innerhalb der Community dienen kann. Zielperspektiven wurden unter anderem in einer proaktiveren Positionierung muslimischer Heilberufler, einer stärkeren organisatorischen Bündelung sowie einer aktiveren Beteiligung an gesellschaftlichen und fachlichen Diskursen formuliert.
Die Veranstaltung bot damit einen Rahmen für Austausch, gemeinschaftliche Reflexion und die Diskussion zukünftiger Entwicklungen innerhalb eines wachsenden Netzwerks muslimischer Fachkräfte im Gesundheitswesen.